Wohntrend 2020
Vielfalt statt Standard
Wie werden sich die Herausforderungen der Märkte auf das Angebot an Wohnungen auswirken? Welche Wünsche und Forderungen von Eigentümern und Mietern prägen das kommende Jahrzehnt? Antworten gibt eine Studie des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen – mit großer Bedeutung für die strategische und operative Ausrichtung der Wohnungswirtschaft.
Wohnkonzepte
Es galt herauszufinden, welche Wohnwünsche die Deutschen definieren und wie viel sie dafür ausgeben wollen. Noch immer am umfangreichsten ist die Zahl der Haushalte mit soliden und bescheidenen Wünschen auf der Basis mittlerer bis niedriger Kaufkraft. Diese Gruppe wird allerdings deutlich kleiner werden. Danach kommen die Haushalte mit einer einfachen, aber funktionalen Einstellung, gefolgt von der zunehmend größer werdenden Gruppe, die ein anspruchvolles, kommunikatives und dynamisches Wohnkonzept fordert und auch bezahlen kann. Die Zeiten der einheitlichen Standardwohnung sind vorbei.
Wohntrends
Bestehende Trends bleiben, aber neue interessante und lukrative Entwicklungen kommen hinzu. Schon immer strebten kleine Haushalte aufgrund sozialen Aufstiegs nach größeren Wohnungen. Der Gegentrend – sozialer Abstieg – führt zu einer Reduzierung der Wohnfläche. Der Anteil Alleinerziehender mit unterdurchschnittlichem Einkommen wird weiter zunehmen. Die zukünftige Nachfrage legt großen Wert auf einen hohen energetischen Standard, aus ökologischen und aus finanziellen Gründen, siehe Nebenkosten. Fragen der Sicherheit rücken in den Vordergrund. Anforderungen an die multimediale Ausstattung, z. B. Breitband-Internetanschluss, steigen weiter. Ein wichtiges Nachfragekriterium wird der separate Arbeitsplatz, ebenso der separate Hauswirtschaftsraum sein. Das Badezimmer hat sich längst von der reinen Nasszelle zum „Wellness-Ressort“ entwickelt.
Es wächst der Bedarf an professionellem Management von sozialen Netzwerken. Die Qualität des Service von Wohnungsanbietern, bei Vermietung, Reparaturen und anderen Leistungen, wird zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor.
Strategien für die Wohnungswirtschaft
Flexibler werden und sich anpassen heißt das Gebot der Stunde. Man kann sich auf bestimmte Zielgruppen einstellen und Nischenprodukte anbieten. Oder aber flexible Produkte mit variablen Grundrissen und abgestuften Serviceangeboten präsentieren. Bisherige Standardwohnungen können individualisiert und mit Mehrwert ausgestattet werden. Alle Differenzierungen sollte die Wohnungswirtschaft in Zukunft offensiver kommunizieren, sei es die nachbarschaftsfreundliche Lage, die guten Einkaufsmöglichkeiten, die innerstädtischen Vorteile, die gesundheitliche und ökologische Verträglichkeit, der exzellente Service oder andere Komfortbausteine.



Ausgabe 15 (3900kB)