Nebenkosten 2009
Wie Verwalter gegensteuern
Nebenkosten sind in aller Munde. Presse, Rundfunk und Fernsehen berichten ohne Ende und scheuen auch nicht vor erfundenen Geschichten zurück. Es ist an der Zeit, das Thema sachlich zu beleuchten.
Was ist passiert?
Bis Mitte dieses Jahres stiegen die Preise für Rohöl rasant an und beunruhigten nicht nur Autofahrer, sondern auch Verbraucher von Heizöl. Industrielle und private Verbraucher hatten die limitierten weltweiten Ölvorräte vor Augen und befürchteten eine drohende Verknappung. Dies ging einher mit dem steigenden Bedarf in den kommenden industrialisierten Ländern wie Indien und China. Spekulanten heizten den Preisanstieg noch weiter an.
Einer Explosion der Erdölpreise folgt mit einem Abstand von etwa einem halben Jahr die Verteuerung der Preise für Erdgas. Seit den fünfziger Jahren ist die Preisrelation zum Erdöl in den internationalen Verträgen für die Dauer der Lieferverhältnisse festgeschrieben.
Aufgrund der Marktmacht der wenigen Lieferländer und der Importabhängigkeit ist diese Preisbindung bei steigender Nachfrage nach Erdgas sogar ein Schutzschild und kann unkontrollierte Preiserhöhungen verhindern. Hält z. B. der mittlerweile stark gesunkene Ölpreis sein jetziges niedriges Niveau, so wird im Frühjahr eine Verringerung der Gaspreise folgen.
Der Strompreis korreliert mit den Kosten für Öl und Gas, da Strom aus diesen Primärrohstoffen erzeugt wird. Atomstrom ist zwar nur die Produktion betrachtet billiger, dafür aber mit anderen Kosten und Risiken belastet, siehe z. B. die Störfälle und die Probleme mit der Endlagerung.
Was kann der Verwalter unternehmen?
Oberstes Gebot für den Verwalter wie kann es anders lauten ist es, die Nebenkosten im Rahmen seiner Möglichkeiten und Zuständigkeiten so günstig wie nur möglich zu halten. Ein so erfahrenes und großes Unternehmen wie die IVV Immobiliengruppe hat da durchaus seine Potenziale und schöpft sie zum Wohle der Eigentümer und Mieter voll aus.
Die für die IVV Objekte abgeschlossenen Versicherungsprämien liegen weit unter 50 Prozent der vergleichbaren Normalprämien. Mit den Unternehmen, die für die Ablesung der Thermostate und deren Auswertung zuständig sind, wurden günstige Sonderkonditionen vereinbart. Heizungsanlagen werden laufend überprüft, um eine optimale Einstellung zu gewährleisten. Im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen spielt in den Eigentümergemeinschaften die Diskussion zum Thema Wärmedämmung eine große Rolle, mit dem Ziel, mittel- bis langfristig Energiekosten einzusparen.
Andererseits hat der Verwalter auf manche Nebenkosten keinen Einfluss. Dazu gehört z. B. das Verhalten der Mieter in Sachen Mülltrennung. In erster Linie sind aber hier der tatsächliche Verbrauch an Wasser, Strom und Heizung zu nennen.
Der tatsächliche Energieverbrauch ist maßgeblich von jedem Wohnungsnutzer direkt zu beeinflussen. Die Stromkosten im Gemeinschaftseigentum sind nach den Unterlagen der IVV Immobiliengruppe in allen Objekten gleich und haben eine steigende Tendenz obwohl so weit wie möglich Energiesparlampen genutzt und Schaltkreise zusammen gelegt wurden. Die private Ausstattung der Wohnungen mit Stromverbrauchern in den Bereichen Haushalt und Unterhaltungselektronik nimmt dagegen weiter zu und damit auch die Kosten. Stromsparende Geräte gewinnen wegen ihrer überdurchschnittlich hohen Preise nur langsam zusätzliche Marktanteile. Wenig Gebrauch wird von einem kostenbewussten Heizen gemacht. Dabei würde ein Zurückstellen der Heizung um rund ein Prozent sechs Prozent an Heizenergie einsparen.
Wie sieht es bei der Primärwärme aus?
Bereits im Jahr 2007 sind erhebliche Nachzahlungen angefallen, insbesondere bei Häusern, die mit Öl heizen und das bei einem milden Winter, dessen Temperaturen rund 15 Prozent über dem Durchschnitt lagen. Der Mehrpreis ist in voller Höhe durchgeschlagen. Bei Häusern mit einer Gasheizung dagegen waren so gut wie gar keine Nachzahlungen festzustellen. Für das laufende Jahr ist gemäß o. g. Regelung mit der Erhöhung der Gaspreise ab Oktober zu rechnen. Dieser Anstieg ist zumindest vorrübergehend nicht aufzuhalten.
Weitere Maßnahmen in Planung:
Bereits heute hat die IVV Rahmenverträge mit der Rheinenergie und den übrigen Versorgungsträgern abgeschlossen. Dazu gehören die Stadtwerke von Bonn und Troisdorf, die Belkaw und viele andere mehr. Mit weiteren, aber auch mit alternativen Anbietern wird verhandelt. Das ist nicht immer einfach, da deren Preise oft von Monat zu Monat schwanken. Gefragt sind dauerhaft günstige Preise, um Planungssicherheit zu garantieren.
In diesem Zusammenhang ein Wort zu den neuen Stromversorgern, insbesondere dem gelben Anbieter. Sie sind nach den Erfahrungen der IVV längst nicht immer so preiswert, wie ihre Werbung verspricht. Bei präzisen Preisvergleichen, insbesondere unter Einbeziehung der Zählermiete, stellt sich heraus, dass diese Anbieter gerade für den Gemeinschaftsstrom in fast allen Fällen deutlich teurer sind als die regionalen Versorger.
Aufgrund der Verhandlungen mit der IVV Immobiliengruppe hat die Rheinenergie zugesagt, den IVV Kunden mit einer weiteren Rabattierung entgegen kommen. Mit der Realisierung wird zum Ende des ersten Quartals 2009 gerechnet. Zurzeit wird aber ein analoges Vorgehen für Erdgas verhandelt. Daran hat das Energieunternehmen dann Interesse, wenn das Objekt mit beidem, also Strom und Gas, versorgt wird.


