Von damals bis heute

Der ewige Wandel im Kölner Zoo

Der Kölner Zoo ist der drittälteste Zoo Deutschlands. Die 20 Hektar große Fläche teilen sich 700 verschiedene Tierarten. Anders gesagt: um die 7000 Tiere. Das Gelände des Zoos ist heute viermal größer als bei seiner Gründung im Jahre 1860. Und gerade hier kann man den Wandel der Präsentation von Tieren durch den Menschen gut erkennen und nachvollziehen, denn trotz starker Zerstörung im Zweiten Weltkrieg sind einige der Gebäude aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert erhalten geblieben. Darunter das alte Elefantenhaus in maurischem Stil von 1863 und der Seelöwenfelsen aus dem Jahre 1887. Die Häuser stehen unter Denkmalschutz, können allerdings nach heutigem Standard nicht mehr für die Tierhaltung verwendet werden. So wurden sie umgestaltet und angepasst, damit sie dem Zoo und den Besuchern erhalten bleiben.

Zoos gibt es bereits seit dem Mittelalter. Die historische Form der Tierhaltung nannte sich Menagerie und diente den reichen Herren und Damen zur Belustigung und als Status-Symbol, denn wer exotische Tiere zeigen konnte, hatte Macht.
Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden aus den Menagerien Zoologische Gärten. Der wissenschaftliche und pädagogische Aspekt der Tierhaltung nahm zu und hat sich immer weiter entwickelt. Heute werden Zoos u. a. zur Erforschung und Erhaltung von Tierarten genutzt.

Unter Schutz gestellt
Der Kölner Zoo unterstützt verschiedene Naturschutzprojekte und ist Partnerzoo der „Stiftung Artenschutz“. So ist es besonders erfreulich, dass die Zuchtprogramme – besonders des EEP (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm) – jedes Jahr wieder Erfolg versprechen.
Viele Tiere, die in der freien Natur schon verschwunden oder stark gefährdet sind, haben durch Tiergärten wieder eine Chance erhalten.
Unter den Dächern des Kölner Zoos lebt so manche bedrohte Tierart neben einer gefährdeten, neben gesicherten. Umso schöner ist das Ergebnis der Zuchterhaltungsprogramme. Und die des Kölner Zoos können sich sehen lassen: Elefanten, Onager, Orang-Utans, Erdmännchen, Kleider- und Brüllaffen, Przewalski-Pferde, Waschbären und und und.

Graue Riesenbabys
Seit 2006 kann man wieder feststellen, dass Elefantenbabys die Besucher magisch anziehen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass nach der Geburt der kleinen Elefantenkuh „Marlar“ (bedeutet Blume oder Blüte) Besucherrekorde erreicht wurden. „Marlar“ ist nun über zwei Jahre Mitglied der Kölner Zooherde und hat im Jahr 2007 schon wieder zwei neue Geschwister bekommen. Am 16. April kam der kleine Bulle „Ming Jung“ (Leser des „Express“ hatten die Wahl und die Idee: ein kölscher Name mit asiatischem Klang) auf die Welt und schon knappe drei Wochen später, am 9. Mai, folgte das Elefantenmädchen „Maha Kumari“ (bedeutet Große Prinzessin). Die drei Elefantenkinder verstehen sich prächtig und können in ihrem 20.000 m² (10 % der Gesamtzoofläche) großen Spielgelände ausgelassen toben. Der Kölner Zoo hat mit seinem 2004 eröffneten Elefantenpark ein riesiges Areal für seine Dickhäuter geschaffen. Dort können bis zu 20 Elefanten in einer auf den natürlichen Lebensraum angepassten Umgebung leben. Derzeit wohnen 13 im Kölner Zoo.
Elefanten leben in Familienverbänden, die aber nur aus weiblichen Tieren bestehen. Bullen und Jungbullen ziehen entweder als Einzelgänger oder in einer sogenannten Junggesellengruppe umher. Eine Elefantenkuh ist 22 Monate schwanger. Bei einem Geburtsgewicht von 100 kg muss man eben länger wachsen. Oft müssen frischgeborene Tierkinder direkt nach der Geburt laufen können. Den Elefanten wird diese Kunst auch in die Wiege gelegt. Nach nur knapp 10 Minuten versuchen sie schon auf ihren dicken Beinen zu stehen.
Elefantenkühe kalben frühstens im Alter von acht bis zwölf Jahren – Elefantenbullen müssen sogar noch länger warten, bis sie reif für ihr „erstes Mal“ sind – und bekommen höchstens alle vier bis fünf Jahre weiteren Nachwuchs. Insgesamt gerade mal sieben Junge in einem Elefantenkuhleben. Somit ist die Fortpflanzungsrate doch eher gering.

Durstige Raubkatze

Oh wie süüüüß
Aber nicht nur bei den bedrohten Asiatischen Elefanten feiert man im Zoo Zuchterfolge. Auch die Przewalski-Pferde pflanzen sich fleißig fort. Für diese in Freiheit schon ausgestorbene Pferderasse engagiert sich der Kölner Zoo besonders, denn er ist Teilnehmer an Wiederauswilderungsprogrammen in Ungarn und China – mit großem Erfolg. Die Individuenzahl ist in den letzten 50 bis 60 Jahren von ca. 40 auf 1400 gestiegen. Die Przewalski-Pferde sind ein gutes Beispiel für eine Tierart, die ohne die Hilfe von Zoos keine Überlebenschance gehabt hätte. Ebenso gelingt dem Zoo die Zucht der Onager – einer Wildeselart aus dem Iran, die überall in ihren natürlichen Lebensräumen selten geworden ist.
Bei einer so großen Artenvielfalt, wie es sie im Kölner Zoo gibt, bekommen natürlich nicht nur bedrohte Tierarten Kinder. Auch einfach nur unglaublich niedliche: Im April 2008 erblickten drei Erdmännchen das Licht der Welt und gesellten sich damit zu ihren zwei Geschwistern vom Januar 2008. In der Gruppe des Kölner Zoos leben mehr als 20 Tiere. Eine Erdmännchenmama bekommt pro Wurf etwa zwei bis vier Kinder und das bis zu dreimal im Jahr. Das ist doch mal ein Vorbild für die Rentenkasse. Nicht weniger niedlich sind die fünf Waschbärbabys, die im April 2007 geboren wurden, der Fischotter (August 2007), die Netzgiraffe (März 2007) und das Malaienbärenmädchen „Charlotte“. Obwohl Malaienbären recht klein sind, zählen sie noch zu den Großbären. Ein frisch geborenes Bärenkind wiegt gerade mal 300 bis 350 g und ist dazu auch noch blind. Aber dieser Zustand dauert nicht lange an. Bereits nach 10 Wochen begibt sich der Allesfresser auf die Suche nach Nahrung. Allerdings wird die erste Zeit eher mit dem Essen gespielt, als dass man es frisst.
Auch Malaienbären stehen auf der Liste der bedrohten Tierarten. Die kleine „Charlotte“ jedenfalls wird bald schon ein Jahr alt. Sie ist der siebte Malaienbär, der seit 1989 in Köln auf die Welt gekommen ist.

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