Fliegende Gefahr vom Balkon

Taubenplage in den Großstädten

Gerade in Großstädten und in dicht bebauten Wohngebieten treten seit Jahren regelrechte Taubenplagen auf. Die Ursachen dafür sind einfach nachvollziehbar. Leider kommt es immer wieder vor, dass gerade ältere Menschen oft in anonymen Wohnanlagen aus falsch verstandener Tierliebe die Tauben füttern.

Füttern macht krank
Gerade das Füttern ist aber grundlegend falsch. Die Größe der einzelnen Taubenschwärme steht in direktem Zusammenhang mit dem vorhandenen Futterangebot. Durch ein hohes Nahrungsangebot sind die Tauben nicht mehr gezwungen, nach Futter zu suchen und nutzen stattdessen die Zeit zum ganzjährigen Brüten. Immer mehr Tauben suchen daher nach geeigneten Nistplätzen. Da gute Nistplätze rar sind, weichen sie auch auf weniger geeignete Brutplätze wie Balkone aus. Als Folge breiten sich Parasiten und Krankheitserreger aus, die auch die Nestlinge befallen. Viele kranke oder verletzte Tiere sind das Resultat der nicht artgerechten Lebensbedingungen in den Städten.

Übertragung von Krankheiten
Tauben stellen gerade für ältere Menschen eine immer wieder unterschätzte gesundheitliche Gefahr dar, vor allem für Kranke, Kinder und Menschen mit einem schwachen Immunsystem. Tauben bringen Milben, Flöhe und Zecken auf den Balkon. Durch ihren Kot können Salmonellen und die Papageienkrankheit übertragen werden.

Fast alle bundesdeutschen Großstädte haben daher schon vor Jahren sogenannte Gefahrenabwehrverordnungen erlassen, in denen ein generelles Fütterungsverbot für verwilderte Haustauben und Wildtauben festgelegt wurde. Verstöße werden mit Ordnungswidrigkeitsverfahren und Geldbußen bis zu 5000 Euro geahndet.

Verschmutzung und Rattenplage
Eine weitere negative Folge des Fütterns von Tauben ist das verstärkte Auftreten von Rattenplagen an den Fütterungsstellen. Das Überangebot an Taubenfutter lockt Ratten an, die sich im Umfeld einnisten und rasch vermehren.

Zudem kommt es dort, wo sich zu viele Tauben konzentrieren und somit vor allem an den Brutstätten, unweigerlich auch zu Verschmutzungen und Beschädigungen an Gebäuden, Gehsteigen und Hausfassaden. Der Taubenkot enthält Harnsäure, die mit ihrer stark ätzenden Wirkung Steine zerfrisst und Metalle korrodiert.

Fazit

Alle Überlegungen, Maßnahmen und Erfahrungen, den Taubenbestand auf ein gesundes Maß zurückzuführen, haben gezeigt, dass nur über die Reduzierung des Nahrungsangebotes etwas erreicht werden kann. Entgegen der weitläufigen Meinung verhungern Tauben nicht, wenn man sie nicht füttert. Sie müssen dann nur etwas mehr Zeit für die Futtersuche aufwenden, was ihrer natürlichen Lebensweise ohnehin entgegenkommt.

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