Rücklagen für Instandhaltung bilden

Bauteile halten unterschiedlich lange

Ehe jemand ein altes Haus kauft, sollte er prüfen, welche finanziellen Belastungen ihn erwarten. Zum Kaufpreis
kommen häufig noch Kosten für Reparatur und Modernisierung hinzu, die von vielen Käufern unterschätzt werden.

Die Kosten für die Sanierung einer gebrauchten Immobilie können leicht die Hälfte des Kaufpreises betragen – abhängig von Gebäudezustand und bisherigen Erhaltungsarbeiten. Viele Erwerber sind erschrocken, dass sich das Haus gegenüber dem Kaufpreis so sehr verteuert. Dabei lassen sich solche bösen Überraschungen vermeiden: Wer ein altes Haus kaufen will, sollte sich einen genauen Überblick über dessen Zustand verschaffen. Dazu gehört auch, ein Wert- und Modernisierungsgutachten in Auftrag zu geben. Es gibt einen guten Überblick über notwendige Sanierungsarbeiten auch für versteckte Schäden und die entsprechenden Kosten. Das Gutachten sollte noch vor Unterzeichnung des Kaufvertrags vorliegen.

Fast immer modernisierungsbedürftig sind Elektrogeräte wie Pumpen, Bodenbeläge (vor allem Teppiche), Tapeten oder Außenanstrich, die alle zehn bis fünfzehn Jahre erneuert werden müssen. Auch bei einer relativ neuen Immobilie stehen Schönheitsreparaturen an.

Naturbaustoffe halten besonders lang
Wenn ein Haus 30 Jahre oder 40 Jahre alt ist, kann sich der Erwerber darauf einstellen, die Heizungsanlagen komplett erneuern zu müssen. Auch Warmwasserboiler sind zu diesem Zeitpunkt reif für den Austausch. Schornsteinkronen müssen nach 30 Jahren oft neu verfugt und gesichert werden.
Regenrinnen, Fallrohre und Zinkblecheinfassungen sind nach 40 Jahren porös und müssen erneuert oder ersetzt werden. Das gilt auch für Fenster auf der Wetterseite. Ihre Lebensdauer hängt nicht nur von Material und Bauart ab, sondern auch von der geografischen Lage des Hauses und den Klimabedingungen.
Elektroleitungen, Sanitäreinrichtung und -leitungen halten im Schnitt rund 50 Jahre. Nach dieser Zeit – auf der Wetterseite möglicherweise früher – müssen die meisten Häuer außen neu verputzt werden. Abhängig von Beanspruchung und Pflege halten Betondächer 50 bis 60 Jahre. Wesentlich langlebiger sind Ziegeldächer, die problemlos 80 Jahre und älter werden. Das gilt auch für Elemente aus Naturbaustoff wie Schieferdächer, Steinböden und -treppen.

Reserven nicht nur für Zins und Tilgung
Immer gilt natürlich, dass Häuser und deren Bestandteile nur so lange halten, wie sie gepflegt und gewartet werden. Hausbesitzer sollten den Zustand ihrer Immobilie daher regelmäßig prüfen (beispielsweise im Frühling und im Herbst) und Schäden schnellstmöglich beseitigen lassen. Damit für diese Fälle ausreichend Geld bereitsteht, empfiehlt es sich, frühzeitig Rücklagen für die Instandsetzung der eigenen Immobilie zu bilden. Experten raten, monatlich einen Euro pro Quadratmeter Grundfläche anzusparen.

Nach oben