Energieversorgung der Zukunft

Biogas – Energie aus erneuerbaren Quellen

In Dorsten-Lembeck wird die Energie der Zukunft gewonnen: Hier ist 2001 eine Biogasanlage in Betrieb gegangen, die mit
ihrer integrierten Energieversorgung ein preisgekröntes innovatives Konzept verfolgt. Für die Anlage verantwortlich ist die EnD-I Loick Bioenergy GmbH (ELB), ein Gemeinschaftsunternehmen der EnD-I AG (Halle) und der Loick AG (Dorsten-Lembeck). Das Joint Venture plant, errichtet und betreibt Biogasanlagen mit hohem technischem Standard.

Die Biogasanlage auf dem Hof Loick in Dorsten-Lembeck
ist seit September 2001 in Betrieb. Gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen, entstand in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT (Oberhausen) eine Anlage mit integrierter Energieversorgung als Demonstrationsprojekt: Ein Teil der entstehenden Abwärme kann für preisgünstige Erzeugung von Kälte verwendet werden. Dieses Konzept wurde 2002 im Rahmen des Effizienzpreises Nordrhein-Westfalen mit dem „Sonderpreis der Jury zum nachhaltigen Wirtschaften“ ausgezeichnet.
Zukünftig sollen in der Biogasanlage Loick 3.500 Kubikmeter
Gülle, 3.000 Tonnen nachwachsende Rohstoffe und 5.000 Tonnen
Reststoffe aus der Lebensmittelproduktion eingesetzt werden.
Der so genannte Fermenter kann 250 Kubikmeter Biogas pro Stunde erzeugen. Im angeschlossenen Blockheizkraftwerk werden mit einer elektrischen Leistung von 500 Kilowatt etwa 4 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr produziert. Das entspricht dem Stromverbrauch von 1.000 Haushalten.

Kälte aus Wärme erzeugen
Innerhalb eines Jahres erzeugt das Blockheizkraftwerk etwa 3
Millionen Kilowattstunden Nutzwärme. Für ein ähnliches Ergebnis benötigt man 300.000 Liter Heizöl. Die entstehende Wärme wird unter anderem für das Heizen von Wohnraum und Ställen sowie das Erwärmen von Wasser verwendet. Gerade in den Sommermonaten dient sie auch dazu, Kälte zu gewinnen. Durch den Betrieb einer thermisch angetriebenen Absorptionskältemaschine ist dies eine preisgünstige Methode der Klimatisierung, da Ausgaben für Klima- und Lüftungsanlagen eingespart werden. Auch das Gärprodukt, das im Fermenter übrig bleibt, wird genutzt: Es wird gesammelt und je nach Zusammensetzung als Dünger verwendet. Die ELB bietet umfassenden Service bei Planung, Bau und Betrieb. Gemeinsam mit den Projektpartnern können beste Voraussetzungen für optimale Konzepte geschaffen werden. Jetzt hat die ELB mit der STEAG Saar Energie AG aus Saarbrücken ein weiteres Joint Venture in Angriff genommen. Die neue EnD-I STEAG Bioenergie GmbH will mit großen Anlagen den europäischen Markt erschließen.

Was ist eigentlich Biogas?
Biogas ist ein Gasgemisch, das hauptsächlich aus Methan (bis zu zwei Drittel) und Kohlendioxid (etwa ein Drittel) besteht. Je höher der Methanwert ist, desto energiereicher ist das Gas. Weiterhin sind für die Biogasqualität der Wasserdampfgehalt und der Schwefelwasserstoffanteil wichtig. Hierbei gilt: Je weniger dieser unerwünschten Stoffe vorhanden sind, desto besser.

Energielieferanten der Zukunft

Um Biogas herzustellen, wird feste Biomasse eingelagert, zerkleinert und mit flüssiger Biomasse vermischt. Dafür eignen sich vergärbare, organische Reststoffe wie Speisereste oder Bioabfall, Wirtschaftsdünger wie Gülle oder Mist und gezielt angebaute Energiepflanzen (nachwachsende Rohstoffe). Nach dem Mischen bleibt die Masse etwa vierzig Tage im luftdicht abgeschlossenen Fermenter. Dort findet die anaerobe Gärung statt (ohne Zufuhr von Sauerstoff). Bei der Entstehung von Biogas arbeiten verschiedene Bakteriengruppen gleichzeitig. Sie verwandeln die Biomasse in vier Schritten zu Biogas:

  • Hydrolyse: Die organische Substanz wird in kleinere Einheiten gespalten.
  • Versäuerung: Moleküleinheiten werden zu organischen Säuren und Alkohol abgebaut.
  • Acetogenese: Organische Säuren und Alkohol werden zu Essigsäure, Kohlendioxid und Wasserstoff.
  • Methanogenese: Essigsäure, Kohlendioxid und Wasserstoff werden zu Methan, wobei Kohlendioxid als Rest im Gasgemisch übrig bleibt.

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