Energiekonzept der Bundesregierung

Eine Entscheidung fürs Leben

Die Energieeffizienz steht im Mittelpunkt des vorgestellten Energiekonzeptes der Bundesregierung. Vorrangig gilt es, unnötigen Verbrauch zu vermeiden und optimalen Nutzen mit möglichst geringem Energieeinsatz zu erzielen. Von besonderem Interesse ist hier die sogenannte „energetische Gebäudesanierung“. Mit Modernisierungsmaßnahmen soll der Energieverbrauch jeglicher Gebäude verringert werden, und zwar ursprünglich bis auf null und unter Anordnung von Zwang. Diese ersten Entwürfe schlugen hohe Wellen. Berechtigte Einwände, vor allem vonseiten des Hauseigentümerverbandes, führten zu einer Rückkehr der Vernunft und zu moderateren und realistischen Zielen.

Folgen einer Nullemission
Der im Energiekonzept der Bundesregierung im ersten Anlauf formulierte Plan zur Sanierung aller Gebäude auf den Status einer Nullemission hätte riesige Kosten von rund 1000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche sowie drastische Mieterhöhungen bis zu 200 Prozent zur Folge. Außerdem, so der Hauseigentümerverband „Haus & Grund“, sei ein Nullenergiestandard für eine große Zahl von Wohngebäuden in innerstädtischen Lagen technisch nicht realisierbar, wirtschaftlich auch mit Förderung nicht zu finanzieren und somit rechtlich unzulässig.

Reduzierung der Ansprüche
Diese fundierte Argumentation hatte Folgen. Der vorgesehene Sanierungszwang wurde aufgehoben. In der Neufassung des Konzeptes heißt es nun: „Wir wollen Anreize setzen, aber keine Zwangssanierungen anordnen.“ Anstatt auf null soll die CO2-Emission aller Gebäude bis 2050 auf 80 Prozent an vermindertem Kohlenwasserstoffdioxydausstoß gesenkt werden. Man darf gespannt sein, mit welchem Bündel von Maßnahmen die wirtschaftlichen Folgen des Energiekonzeptes abgefedert werden. Gedacht ist an eine Aufstockung des Gebäudesanierungs-Programmes der KfW-Bankengruppe, so der Haushalt das hergibt. In der Diskussion ist auch eine Abrissprämie, falls es sich nicht mehr lohnt, alte Häuser energetisch zu sanieren und ein Ersatzneubau deutlich kostengünstiger ist. Auch Politiker sollten bei all diesen Planungen gelegentlich berücksichtigen, wem sie zusätzliche Lasten aufbürden. Der durchschnittliche Haus- oder Wohnungseigentümer ist 55 Jahre alt und hat bereits knapp 46.000 Euro in die Sanierung seines Objektes gesteckt. Mehr als ein Drittel aller Eigentümer ist älter als 60 Jahre und geht auf das Ende seines Berufslebens zu. Seine zukünftige Einkommenssituation erlaubt ihm in der Regel nicht, zusätzliche außerordentliche Lasten zu stemmen.

Nach oben




Jetzt "Wohnraum" downloaden

"Wohnraum" informiert Sie über alle News aus dem Immobiliensektor. Auf Wunsch im kostenlosen Abo - oder hier zum gezielten Downloaden: