wohnraum-Leser auf Tour

Auf und unter dem Dom

Andrea und Herbert Blatzheim überreichen Michael H. G. Hoffmann, Präsident des Zentral-Dombau-Vereins (mitte), die Spende der IVV

Wir Kölner leben in einer Stadt, in deren Mitte eines der bekanntesten und berühmtesten – der Superlativ sei ausnahmsweise gestattet – Bauwerke der Menschheit steht, und wir sind stolz auf diese grandiose Leistung unserer Vorfahren. Der Alltag aber, die lästige Routine unseres Lebens, lässt uns oft vergessen, was da mitten unter uns, direkt am Rhein, hoch in den Himmel ragt, für die Ewigkeit gemeißelt, wie nicht zuletzt die Fotos von der Trümmerlandschaft Mitte 1945 zeigen: Nur der Dom blieb stehen.

Kaum jemand ahnt, welch ein Aufwand für Instandhaltung und Renovierung nötig ist, um das Bauwerk halbwegs unbeschadet zu erhalten. Dazu hat auch die IVV Immobilienihr Scherflein in Form einer Spende von €3000 Euro beigetragen. Auf die vielfältigen Aufgaben der Dombauhütte von 1842 haben wir in unserer letzten Ausgabe Ihre Aufmerksamkeit gelenkt. Wir danken für Ihre Teilnahme an der Leserumfrage und berichten kurz von den ausgeschriebenen Führungen, nicht zuletzt, um auch weitere Interessenten zu gewinnen.

Viele Kölner besuchen gelegentlich ihren Dom. Sie zeigen ihn in- und ausländischen Freunden oder Gästen oder schauen einfach mal rein, um an einem der vielen Altäre eine Kerze mit einer persönlichen Fürbitte anzuzünden.

„Ein unvergessliches Erlebnis“ – so das einhellige Urteil der Gewinner der Domführung durch den ZDV

Weit anstrengender und ambitionierter verlief das Programm am 18. Dezember 2010. Rund zwei Stunden ging es bei grimmiger Kälte in die Vergangenheit zu einer besonderen Führung in die Katakomben unter den Dom. Sauber und trockenen Fußes wandelten die 17 Besucher knapp zehn Meter unter der Erde entlang den historischen Fundamenten, mit denen der Bau vor rund 800 Jahren begonnen wurde. Es war beeindruckend sich vorzustellen, mit welch einfachen Mitteln eine für die damalige Zeit gigantische Aufgabe angegangen wurde. Und es ist kaum mehr nachzuvollziehen, wie viel Mut und Gottvertrauen eine solche Leistung erforderte.

Weit luftiger und vom Wetter begünstigt verliefen die beiden Führungen am 15. Januar 2011. Es ging auf einen der Domtürme. Dazu mussten noch nicht einmal Stufen erklommen werden, denn hinauf ging es mit dem Lastenaufzug. Ein überwältigender Ausblick lohnte die Mühe ebenso wie das Studium zahlloser Details der Fassade.

Von unvergesslichen Erlebnissen schwärmten unsere teilnehmenden Leser – und das zu Recht. Abseits von touristischen Pfaden dieses monumentale Weltkulturerbe zu erforschen, ist nicht nur ein großes Abenteuer, sondern auch ein Genuss. Es machte allen Teilnehmern deutlich, dass es den Einwohnern Kölns gut anstehen sollte, die Dombauhütte weiter kräftig zu unterstützen, um „unseren“ Dom in seiner ganzen Pracht zu erhalten.

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