Backofen an Fernseher: „Achtung, Pizza fertig!“
Alles vernetzt: Wohntrends für das neue Jahrtausend
Sie wollen wissen, wie wir in einigen Jahren leben werden? Dann folgen Sie uns auf eine Zeitreise ins Haus der Zukunft – das gar nicht mehr in allzu weiter Ferne liegt: Bundesweit gibt es zahlreiche Projekte, in denen die Wohnkonzepte von morgen schon heute gelebt werden. Und dabei geht es nicht nur um höheren Komfort. Unsere Art zu Wohnen wird sich wandeln – was sich auch auf die Themen Gesundheit und Energie auswirkt.
Stellen Sie sich vor, Sie sind verabredet, haben sich aber auf dem Weg von der Arbeit nach Hause verspätet. Aus dem Auto heraus öffnen Sie eine Sprechverbindung zu Ihrer Haustür und teilen Ihren Gästen die Verspätung mit. Stellen Sie sich vor, Ihre Gäste betreten Ihr Domizil – nachdem Sie Ihnen aus dem Auto die Tür geöffnet haben – und von selbst schaltet sich entspannendes Licht an und Ihre Lieblingsmusik ertönt. Stellen Sie sich vor, zur Verwunderung Ihrer Gäste beginnt draußen im Garten der Rasenmäher seine wöchentliche Runde, denn Sensoren an Ihrem Haus haben ihm mitgeteilt: Es ist wieder so weit.
Wohnvisionen – wenn die Matratze den Schlaf überwacht
Was für Sie wie Zukunftsmusik klingen mag, sind Trends, die wir von der IVV-Immobiliengruppe seit Jahren aufmerksam beobachten. Auch das eingangs beschriebene Szenario stammt keineswegs aus Utopia, sondern ist bereits Wirklichkeit geworden. Im Duisburger InHaus-Zentrum hört das Wohnen nicht an der Haustür auf. Im Gegenteil, die Vernetzung der Lebensbereiche erstreckt sich etwa auch auf den Garten, die Garage und das zugehörige Fahrzeug.
Info
In den zwei Duisburger InHaus-Zentren der Fraunhofer-Gesellschaft werden schon seit 2001 neue Wohnideen verwirklicht. Im ersten geht es dabei um Forschung und Entwicklung, im zweiten werden die Neuerungen dann von Testpersonen auf ihre „Wohnlichkeit“ hin erprobt.
Licht angelassen? Kein Problem, einfach über das Internet ausschalten
Vernetzung ist das Stichwort, das nicht nur eine drastische Erhöhung unseres Wohnkomforts bezeichnet. Im Haus der Zukunft geht es vor allem um die Themen Gesundheit und Energie, was die Duisburger Anlage beweist: Das Schlafzimmer besitzt etwa eine Sensormatratze, die bei Risikopatienten ein Überschreiten von Grenzwerten wahrnimmt und automatisch einen Notruf absendet. Und beim Energiesparen ermöglicht die Vernetzung der Zähler für Gas, Wasser und Strom eine einfache Übermittlung der zentralen Energiedaten an die Lieferanten – und erspart Mietern und Hauseigentümern damit die Kosten für den Ablesedienst. Doch Energiesparen beginnt bekanntermaßen schon früher. Ein Beispiel? Im Haus der Zukunft verhindern intelligente Fensterlüftungssysteme unnötigen Wärmeverlust beim Lüften.
Kühlschrank und Home-Trainer diskutieren Ihren Kalorienbedarf
Auch die CeBIT öffnete bereits im vergangenen Jahr ein Fenster ins Wohnen von morgen: Auf einem 300 m² großen Areal wurde gezeigt, wie uns in Zukunft ein digitaler Koch-Assistent bei einer ausgewogenen Ernährung unterstützt. Er übermittelt den täglichen Speiseplan weiter an den angegliederten Freizeitraum – und der dort heimische digitale Gesundheitsassistent erstellt darauf beruhende Trainingspläne.
Die beschriebenen Neuerungen sind keineswegs wilde Phantasien, sondern allesamt konkrete Entwicklungen des Berliner Vereins „Connected Living“. Auch bei ihm geht es viel ums Energiesparen: Hierzu tauschen alle elektrischen Geräte über die existierenden Stromleitungen untereinander Informationen aus und stimmen sich ab. In die Geräte wird einfach ein Chip eingefügt, über dessen Identifikationsnummer Geräte der Unterhaltungselektronik mit den üblichen Haushaltsgeräten zu kommunizieren beginnen. Am Ende können die Energieverbraucher schließlich auf einem einzigen Display übersichtlich dargestellt werden, sogar die Autobatterie kann mit einbezogen werden – und ein Software- Assistent weist den Nutzer auf mögliche Einsparpotenziale hin.
Was erwartet Sie im Haus der Zukunft? Sie leben gesünder und sparsamer. Und das Zusammenrücken von unterschiedlichsten Lebensbereichen verwandelt Ihr Haus in ein organisches Ganzes. Dass der Komfort dabei nicht zu kurz kommt, versteht sich von selbst: Ihre Musik begleitet Sie auf Ihrem Weg durch Ihre Zimmer und schaltet sich in den Räumen aus, die Sie verlassen haben. Und Ihr Fernseher oder Computer informiert Sie: „Achtung, Pizza fertig!“
Info
Der aus der Technischen Universität Berlin hervorgegangene Verein „Connected Living“ arbeitet intensiv an der stärkeren Vernetzung unseres Wohnraums. Wie schon 2009 hat er auch in diesem Jahr auf der CeBIT den Besuchern seine neuesten Entwicklungen präsentiert.
So lässt es sich auch leben!
Wohnen im Würfel …
… erleichtert Ihren Umzug, denn anstatt alles in Kisten zu verpacken, nehmen Sie direkt Ihr Haus mit. Sogenannte „transportable modulare Häuser“ setzen sich langsam auch in Deutschland durch. Sie sind die Antwort auf das steigende Bedürfnis nach Flexibilität. Und wem der Platz zu gering wird, der baut einfach ein weiteres Würfelhaus an.
Wohnen im Hotel …
… scheinen sich zumindest viele Millionäre als die Erfüllung ihrer Wohnträume vorzustellen. In New York wechseln Appartements in umgebauten historischen Hotels für mehrere Millionen Dollar den Besitzer, so etwa im durch etliche Kultfilme bekannt gewordenen „Plaza-Hotel“.
Wohnen auf dem Wasser …
… prägt besonders in den Niederlanden seit langem so manches Stadtbild. Was dort möglich ist, scheitert in Deutschland jedoch häufig an strengen Bauvorschriften. Aber gerade in Norddeutschland entscheiden sich heute immer mehr Menschen für den schwimmenden Wohnsitz.



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