Wasser – ein kostbares Gut
Dichtheitsprüfung von Rohrleitungen
Jeder Deutsche produziert pro Tag im Durchschnitt 127 Liter Schmutzwasser. Die Grundstücksentwässerung sorgt für den Transport vom privaten in das öffentliche Leitungsnetz und schließlich in die Kläranlage. Eine Ableitung des Nutzwassers kann aber nur funktionieren, wenn die dafür vorgesehenen Rohrleitungen in einem guten Zustand sind. Oft aber verrotten sie unter der Erde vor sich hin, ebenso unbemerkt, wie sie ansonsten ihre Aufgabe erfüllen. Dabei gehört es zu den Pflichten eines jeden Haus- und Grundbesitzers, sich vom Ausguss abwärts mit seiner Kanalisation zu beschäftigen.
Verantwortung des Grundeigentümers
Regnet es ins Haus, weil das Dach undicht ist, steht schon bald ein Handwerker vor der Tür. Doch nicht immer kommt die Gefahr von oben. Unter der Erde liegen Rohrleitungen, die seit ihrer Verlegung – oft schon vor Jahrzehnten – nicht mehr überprüft worden sind. Buchstäblich aus den Augen, aus dem Sinn. Mit solcher Nachlässigkeit schaufeln sich viele Haus- und Grundbesitzer im eigenen Vorgarten ihr finanzielles Grab, im Extremfall sogar eine veritable Baugrube.
Prüfung bis 2015
Eigentum verpflichtet, auch im Untergrund, sagt das Landeswassergesetz NRW. Die Grundstücksentwässerung ist somit eine Rechtspflicht. Bis zum 31. Dezember 2015 müssen alle privaten Rohrleitungsnetze in NRW einer Dichtheitsprüfung unterzogen werden. Jeder Grundeigentümer muss bis dahin seiner Kommune nachweisen, dass alle auf seinem Grund verlegten Rohrleitungen dicht sind. Das ist noch lange hin, mag mancher denken. Angesichts von Millionen Grundstücken und einer vermuteten Schadensrate von 70 bis 80 Prozent sollte man dann doch bald für eine erste Inspektion sorgen, damit für eine möglicherweise notwendige Sanierung genug Zeit bleibt. Schließlich ist Wasser nicht nur ein teures, sondern in diesen Zeiten auch ein ökologisch wertvolles Gut.
Vorteile einer Sanierung
Eine Kanalsanierung muss nicht den finanziellen Super-Gau bedeuten. Wer rechtzeitig fachmännischen Rat einholt, kann aufwendigen und kostspieligen Baumassnahmen vorbeugen. Gewarnt wird vor jeder Form von Flickschusterei. Eine professionelle Sanierung der Rohrleitungen ist eine Investition für die kommenden Jahrzehnte. Sie schützt vor unkalkulierbaren Folgekosten und steigert den Vermögenswert des Grundstücks. Um auf der sicheren Seite zu stehen, werden Sanierungsberater auf der Ingenieursseite und zertifizierte Fachbetriebe bei der Ausführung empfohlen.
Fachleute sind gefragt
Auch erfahrene Fachkräfte müssen sich weiterbilden. Die Besonderheiten der privaten Kanalnetze stellen viele Betriebe vor neue Herausforderungen. Auf privaten Grundstücken verlaufen meist Rohre mit kleinen Nennweiten, die sich oft in einem weiten Netz verzweigen. Das macht eine Inspektion und Analyse schwieriger als im vergleichbar einfach strukturierten kommunalen Abwassernetz. Auch besitzen die wenigsten Eigentümer detaillierte Pläne über ihr in der Erde verlegtes Rohrleitungsnetz.
Informationsmaterial
Reichlich komplex wird dem Laien das bisher vernachlässigte Thema Grundstücksentwässerung erscheinen. Daher hat der Rohrleitungssanierungsverband Informationsmaterial an die kommunalen Tiefbauämter und Abwasserbetriebe verteilt, um die komplizierten Sachverhalte zu erläutern. Antworten liefert insbesondere ein Sechs-Phasen-Modell, das den Prozess der Grundstücksentwässerung mit allen notwendigen Arbeitsschritten von der Inspektion bis hin zur Ausführung präzise und verständlich erläutert.



Ausgabe 15 (3900kB)